Qualzuchten erklärt - für mehr Tierwohl
Als Tierschutzverein sehen wir es als unsere Pflicht über Qualzuchten aufzuklären. Viele unserer Tiere stammen aus solchen Zuchten. Mit den Info-Blättern möchten wir dir zeigen, welche Leiden damit verbunden sind und warum es so wichtig ist, diese Zuchtformen nicht zu unterstützen.
Qualzuchten sind Tiere, die durch extreme Zuchtmerkmale leiden. Sie haben oft körperliche Probleme, Schmerzen oder andere Einschränkungen.
Brachycephale Rassen (Kurznasen)
Tiere mit diesem Merkmal haben extrem verkürzte Köpfe und Schnauzen, was viele sehr leidvolle gesundheitliche Beeinträchtigungen bewirkt:
• Brachycephale Obstruktive Atemwegssyndrom (BOAS, Atmung ist deutlich erschwert)
• Hitzeschläge
• Augenschäden (Augen sind zu groß für die Augenhöhlen)
• Trachealkollaps (Einfallen der zu weichen Luftröhre)
• Zahnerkrankungen
• Herzprobleme
Viele unserer Gnadenhof-Hunde haben (sehr) kurze Nasen, so zum Beispiel unser Olaf, ein Japan Chin.

Teacup-Rassen
„Teacup“ bezeichnet extrem klein gezüchtete Hunde oder Katzen, die sozusagen "in eine Teetasse passen". Sie leiden unter zahlreichen Erkrankungen:
• Knochenbrüche
• Unterzuckerung
• Organfehlbildungen
• Geburtsprobleme
• Kurze Lebenserwartung
Bei uns auf dem Gnadenhof ist Yorkshire-Terrier Knöpfchen die kleinste Vertreterin einer Teacup-Rasse.

Zwergspitz (Pomeranian)
Auch der Pomeranian gehört zu den Teacup-Rassen und leidet unter zusätzlichen gesundheitlichen Probleme:
• Alopezie (genetisch bedingter Haarausfall)
• Trachealkollaps
• Patellaluxation (Herausspringen der Kniescheibe)
• Gelenkprobleme
• Rückenprobleme
Auf dem Gnadenhof leben einige Zwergspitze, einer davon ist Boo, der wegen des Fellausfalls mit Hautentzündungen regelmäßig gebadet werden muss.

Das Merle-Gen
Merle ist ein genetisches Muster, das das Fell gescheckt oder gefleckt erscheinen lässt. Leider beeinfluss das Merle-Gen auch die Entwicklung von Augen, Ohren
und Nervensystem, weshalb es schwerwiegende Behinderungen nach sich ziehen kann:
• Fehlbildungen der Augen bis hin zu Blindheit
• Fehlbildungen des Gehörs bis hin zu Taubheit
• Double-Merle-Problematik (werden zwei Merle-Hunde verpaart, beträgt das Risiko für schwere Behinderungen bei den Welpen bis zu 25 %, solche Hunde sind oft blind, taub oder beides)
Bei uns lebt Zwergspitz Schröder, bei dem sich das Merle-Gen am offensichtlichsten in den verschiedenfarbigen Augen ausgeprägt hat.

Chondrodystrophie und -dysplasie
Chondrodystrophie / -dysplasie bezeichnen abnormales Knorpelwachstum bzw. abnormale Knochenentwicklung. Sie sind durch verkürzte Gliedmaßen gekennzeichnet und führen zu lebenslangen Schmerzen.
• Rückenschmerzen
• gestörte Motorik
• Lähmungen
• Bandscheibenvorfälle
• Inkontinenz
Auf dem Gnadenhof leben einige Tiere mit verkürzten Gliedmaßen und zu langem Rücken, darunter Otis, ein Shi Tzu.

